05.11.2018

Ausbildung im Wandel

50 Jahre Krankenpflegeschule am cts SchulZentrum St. Hildegard

„Pflege das Leben, wo Du es triffst“ – dieses Zitat der Heiligen Hildegard von Bingen ist der Leitspruch der Krankenpflegeschule des CaritasKlinikums Saarbrücken, die bei ihrer Eröffnung im Oktober 1968 unter das Patronat der Heiligen Hildegard gestellt wurde. 50 Jahre ist das nun her und in dieser Zeit hat sich vieles verändert. Eines aber ist geblieben: Der Anspruch, jungen Menschen eine zeitgemäße, qualitativ hochwertige und praxisnahe Ausbildung in der Pflege anzubieten.


Am 1. Oktober 1968 war der offizielle Ausbildungsbeginn für die ersten Schülerinnen. Die räumliche Ausstattung war anfangs bescheiden und bestand zunächst nur aus einem Unterrichtsraum und dem Büro der Schulleiterin, Schwester Franziska Schmitt. Unterrichtet wurde an zwei Nachmittagen in der Woche, unter anderem vom damaligen ärztlichen Schulleiter und Chefarzt der Inneren Abteilung, Dr. med. Heinrich Weil. Das neue Wohnheim, in dem die Krankenpflegeschülerinnen wohnen mussten, konnte 1970 bezogen werden. Außerdem mussten die Schülerinnen Dienstkleidung tragen, die sich je nach Dienstgrad und Wochentagen voneinander unterschied.


Bereits 1971 konnte das erste Examen abgenommen werden. Alle Kandidaten hatten ihre Ausbildung erfolgreich absolviert und wurden in den Dienst der Caritasklinik St. Theresia übernommen. Die dreijährige Krankenpflegeausbildung beinhaltete damals 1200 Unterrichtsstunden Theorie und 3600 Stunden Praxis.


1972 stand der Umzug in den „Neubau“ an. Damit änderten sich nicht nur die räumlichen Gegebenheiten. Durch die vielen neuen Fachabteilungen, die in der Klinik entstanden waren, wurden auch neue Impulse an die Ausbildung weitergegeben, die insbesondere im praktischen Teil erheblich erweitert und damit verbessert werden konnte.


Mit der Novellierung des Krankenpflegegesetzes 1985 wurde erstmals die umfassende dokumentierte Pflege gesetzlicher Ausbildungsinhalt. Eine Modernisierung und Ausweitung der Pflegeausbildung kündigte sich an, was sich auch in der Erhöhung des theoretischen Unterrichts auf 1600 Stunden anzeigte.


In der Krankenpflegeschule der Caritasklinik St. Theresia hatte man bereits zuvor ehrgeizige Ziele verfolgt. So wurde in allen Ausbildungsperioden über die Sollstunden hinaus Unterricht in der theoretischen Ausbildung angeboten. Außerdem legten seit Gründung der Schule alle Kurse ihre praktischen Prüfungen im Echtbetrieb ab und nicht – wie sonst durchaus üblich – in Übungsräumen.


Im Jahr 1990 standen in der Krankenpflegeschule personelle Änderungen an: Schwester Franziska Schmitt wurde nach über 22 Jahren als Leiterin der Schule in den Ruhestand verabschiedet. Ihre Nachfolgerin wurde Marie-Luise Wollbold, eine Absolventin des 1. Jahrgangs und seit 1977 Unterrichtsschwester an der Schule.


Durch die Gründung der Caritas Trägergesellschaft Saarbrücken (cts) im Jahr 1992 erweiterte sich das Spektrum der möglichen Einsatzorte für die Auszubildenden. Die praktische Ausbildung fand nun ergänzend auch in den Senioreneinrichtungen der Trägerschaft statt.


Auf besonderes öffentliches Interesse stieß 1996 ein Sonderkurs, in dem ehemalige Saarbergmitarbeiter umgeschult wurden.
Im Jahr 2000 fusionierte die Schule mit der Schule des St. Josef Krankenhauses Dudweiler. Die neue Verbundschule zog 2001 in das cts SchulZentrum St. Hildegard auf dem Rastpfuhl. Der Ausbildungsauftrag vergrößerte sich stetig und ab 2002 wurden die Krankenpfleghilfeausbildung und jeweils auch ein Frühjahrskurs mit in das Angebot übernommen.
2007 hatte die Berufsbezeichnung „Krankenschwester und Krankenpfleger“ ausgedient und wurde ersetzt durch die neuen Berufsbezeichnungen „Gesundheits-und Krankenpfleger/in“


Das Praxisanleiterkonzept wurde ausgeweitet und als Riesenmeilenstein konnte die Kooperation mit der Fachhochschule Mainz eingeleitet und 2010 zum Abschluss gebracht werden. Dort ist nun ein duales, ausbildungsbegleitendes Studium möglich. Ebenso kann ein primärqualifizierendes Studium zum Bachelor an der HTW in Saarbrücken absolviert werden. Der Trend zu Studium in der Pflege ist ungebrochen und die Voraussetzungen in der Pflegausbildung steigen ständig.


Derzeit finden sieben Kurse mit 150 Schülern parallel statt. Die dreijährige Ausbildung umfasst inzwischen mehr als 2.100 Stunden theoretischen Unterricht und mindestens 2.500 Stunden Praxis-Einsatz. Die Einsatzorte sind neben dem CaritasKlinikum mit seinen Standorten St. Theresia in Saarbrücken und St. Josef in Dudweiler auch cts Senioren- und Rehaeinrichtungen sowie weitere kooperierende ambulante und stationäre Einrichtungen des Gesundheitswesens.


„Wir bieten hier eine tolle Ausbildung an mit einem hochqualifizierten motivierten Team. Eine Bewerbung ist das ganze Jahr über möglich“, sagt Björn Metzger, der 2011 die Schulleitung von Marie-Luise Wollbold übernommen hat. „Die Gesundheits- und Krankenpflege ist ein Berufsfeld, in dem immer Leute gebraucht werden und der Bedarf tendenziell noch steigt. Ich kann meinen Auszubildenden versichern: Wenn sie ein gutes Examen machen, werden sie nie arbeitslos.“


Die Arbeit der Absolventen ist im Vergleich zu früher vielfältiger geworden. Zwar steht noch immer die Pflege Kranker im Mittelpunkt, darüber hinaus übernehmen Pflegende heute jedoch auch zahlreiche andere Aufgaben, die Dokumentation, Beratung und Prävention.


Die nächste große Herausforderung auf dem Weg in die Zukunft wird die generalistische Ausbildung, die jetzt eingeführt wird und Altenpflege mit Gesundheits- und Krankenpflege verbindet.


Mehr Informationen zur Ausbildung im cts SchulZentrum St. Hildegard gibt es auf www.cts-schulzentrum.de