03.09.2019

Caritasarbeit als Schlüssel zur Bibel

4. Gemeinsamer Studientag von cts, Caritasverband Saarbrücken und Dekanat Saarbrücken

„Hier kommt zusammen, was zusammen gehört: Seelsorge und Caritasarbeit“, sagte Stephan Manstein, Leiter des Bereichs Christliche Unternehmenskultur bei der Caritas Trägergesellschaft Saarbrücken (cts). Er leitete damit den vierten gemeinsamen Studientag der cts mit dem Dekanat Saarbrücken und dem Caritasverband für Saarbrücken und Umgebung e.V. ein.


„Diakonische Praxis und Bibel im Dialog“ war als Motto über die eintägige Veranstaltung gelegt worden und die über 40 Teilnehmer waren gespannt, was sie wohl erwartet. „Wir wollen schauen, was die Bibel mit unserem Arbeitsalltag und unser Alltag mit der Botschaft Gottes verbindet“, erklärte Stephan Manstein.


Als Einstieg gab es spannende Einblicke und Impulse aus der Praxis der drei teilnehmenden Organisationen. Rebekka Schmitt-Hill, Pflegefachkraft im Caritas SeniorenHaus St. Augustin in Püttlingen, berichtete sehr anschaulich aus ihrem Arbeitsalltag, der ihr ein immer wechselndes und spontanes Verhalten abverlangt. Ein Tag war ihr besonders in Erinnerung geblieben: Einer Bewohnerin ging es zunehmends schlechter und unter Zeitdruck, hin und her gerissen zwischen verschiedenen Aufgaben und fordernden Kollegen musste sie die Entscheidung treffen, die Dame ins Krankenhaus zu verlegen, obwohl sie dies eigentlich nicht wollte. „Ich fühlte mich in einem moralischen Konflikt“, reflektierte sie im Nachhinein. „Aber durch die Arbeit in der Pflege bin ich in meinem Wesen stärker geworden.“
Auch Martin Langenbahn von der Schuldner- und Insolvenzberatung des Caritasverbandes gewährte Einblicke in seinen Berufsalltag. „Ich begegne Menschen aus ganz unterschiedlichen Schichten. Die religiösen Lebensfragen beschäftigen mich dabei sehr.“ Immer wieder stellt sich Langenbahn die Frage: Was macht die Arbeit mit mir? Eine Antwort hat er bereits gefunden: „Es ist zwar oft nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber ich habe das Gefühl etwas Sinnvolles zu tun.“


Matthias Baden vom Dekanat Saarbrücken stellte via Sprachnachricht den Kontakt zu einer der Organisatorinnen der Fridays-for-Future-Bewegung im Saarland her. Die Teilnehmer des Studientages konnten sehr plastisch deren Spannungsfeld zwischen Engagement, Schule, Freizeit und gesellschaftlicher Anerkennung verfolgen. „Viele Menschen belächeln uns, weil sie sich nicht vorstellen können, wie viel Arbeit hinter der Bewegung steckt. Aber eine stabile Umwelt ist das Wichtigste für unser Leben und dafür lohnt es sich zu kämpfen“, machte die junge Aktivistin deutlich.


Doch was sollten diese kurzen, sehr beeindruckenden und persönlichen Einblicke den Teilnehmern des Studientages mitgeben? Heinz-Günther Schöttler, Professor für Praktische Theologie, machte in seinem biblischen Impuls deutlich, dass das Tun des Einzelnen an erster Stelle stehe: „Erst mit dem Leben, der Anteilnahme am Leben Anderer und den Erfahrungen, die wir machen, können wir die Bibel auslegen. Die Worte der Bibel bekommen erst in besonderen, herausfordernden Situationen wirkliche Bedeutung.“ Im anschließenden Austausch in Kleingruppen konnten auch die restlichen Teilnehmer des Studientages die Impulse reflektieren und auf ihre eigenen Erfahrungen übertragen.


„Solche Studientage sind unglaublich hilfreich, um im Arbeitsalltag einmal innezuhalten, das eigene Handeln zu reflektieren und sich gegenseitig auszutauschen“, bilanzierte Diakon Wolfgang Schu, der für die cts die Veranstaltungen organisiert. Die Studientage findet jährlich im Rahmen des Programms „Gemeinsam unterwegs“ statt und richtet sich an Mitarbeiter aus der Seelsorge, sowie Mitarbeitende von Caritas und cts, sowie weitere Interessierte der drei beteiligten Organisationen.

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