19.06.2018

„Gewinn für die Kinder und die Zukunft des Stadtteils Altenkessel“

Grundsteinlegung am Ersatzneubau der Kita St. Nikolaus – Investitionen von 2,885 Millionen Euro – Umzug zum Jahresende geplant

„Wer will fleißige Handwerker sehen, der muss zu uns Kindern gehen“, ertönt es aus 20 Kinder-Kehlen. Auf dem Kopf tragen sie gelbe Bauarbeiter-Helme, in den Händen halten sie Hammer, Zange und Zollstock. Es ist nicht zu übersehen: Die Kinder der Kindertagesstätte St. Nikolaus Altenkessel haben sich in den vergangenen Wochen intensiv mit dem Thema Baustelle beschäftigt. Sie haben beobachtet, wie Bagger zunächst die Erde abgetragen haben, später die Fundamente gegossen und die Kanalisation verlegt wurden und die Maurer Wände in die Höhe gezogen haben. Am vergangenen Freitag konnte endlich die lang ersehnte offizielle Grundsteinlegung für den Ersatzneubau der Kita gefeiert werden.


„Dieser neue und schöne Ort für Kinder und ihre Familien wird ein Gewinn für deren Zukunft und der des Stadtteils Altenkessel sein“, erklärte Dagmar Scherer, Geschäftsführung der cts Jugendhilfe GmbH, in ihrer Begrüßung. „Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für ihre große Geduld.“ Die Einrichtung, die 1910 gegründet wurde und seit 1953 in den heutigen Räumlichkeiten in der Kirchstraße untergebracht ist, war 2013 von der Caritas Trägergesellschaft Saarbrücken (cts) aus der Hand der katholischen Kirchengemeinde in Altenkessel, die damals noch St. Johannes Baptista hieß, übernommen worden.


„Der Tag, an dem Ende Januar die ersten Bagger anrückten, war ein ganz besonderer Tag“, blickte Kita-Leiterin Petra Geib zurück. Lange habe man auf den Neubau gewartet. „Unser Herzblut hängt an unserer Arbeit und unseren Kindern und dieses Herzblut werden wir in das neue Haus übertragen“, versprach sie. Pfarrer Lars Meiser bezeichnete es als einen „historischen Tag“ und ein „besonderes Ereignis“, die Segnung des Grundsteins vornehmen zu dürfen: „Die Handwerker haben hier Großartiges geleistet.“


In einen Metallzylinder wurden anschließend die vielen Wünsche für das neue Haus eingefüllt. Die Kinder wünschen sich unter anderem „einen Ort zum Entspannen“, „viel Platz zum Bauen“ und „Musik-Instrumente“. Die Eltern wünschen sich für ihre Kinder „ein Haus, in dem sie sicher sind, lachen, spielen und Gemeinschaft erfahren“. Für die Erzieherinnen soll die neue Kita ein „Ort der Geborgenheit sein, mit offenen Türen für alle und Mauern, die Schutz bieten“. Und auch die Geschäftsführung der cts trug mit dem Segensspruch „Erfüllt sei euer neues Haus mit Freude“ gute Wünsche für Kinder und Mitarbeitende vor. Während der Zylinder in die Bodenplatte eingelassen wurde, sangen die Kinder feierlich: „Gott baut ein Haus das lebt, wir selber sind die Steine.“


Zum Jahresende soll der Neubau abgeschlossen sein, dann wird das alte Gebäude in der Kirchstraße abgerissen. „Es galt eine Bauform zu finden, die einen Betrieb der alten Kita auch während der Bauzeit noch erlaubt“, erklärte Architekt Willi Latz. „Das neue winkelförmige Gebäude definiert im Zusammenspiel mit der Kirche einen neuen städtebaulichen Raum, der durch seine Öffnung zur Straße hin die Besucher mit einer einladenden Geste empfängt.“


Viel Tageslicht und Luft, viele Ausblicke, gut geschnittene Räume und Atmosphäre und attraktive und beschützende Außenräume, um den Kindern vielfältige Erfahrungen zu bieten, waren bei den Planungen maßgebend. Am Eingang gibt es ein offenes Foyer, von dem in der einen Richtung ein direkter Zugang zum Mehrzweckraum mit angegliedertem Kinder-Restaurant führt, in der Verlängerung des Eingangs liegt das Büro der Einrichtungsleitung und das Elternsprechzimmer. Vom Foyer aus ist die Spielstraße mit den Gruppenräumen direkt erreichbar. Bei der Planung wurde auch auf eine energetisch nachhaltige Bauweise Wert gelegt.


In den fünf Gruppen werden zukünftig insgesamt 104 Plätze zur Verfügung stehen, 20 mehr als jetzt. Drei Gruppen werden altersgemischt mit Kindern von einem bis sechs Jahren belegt; statt fünf werden dann 15 Krippenplätzen angeboten. „Wer Bedarf für einen Krippenplatz im kommenden Jahr hat, kann sich gern jetzt schon bei uns melden“, sagt Petra Geib.


Die Baukosten liegen bei insgesamt rund 2,885 Millionen Euro; bis auf einen bei der cts verbleibenden Rest von rund 140.000 Euro werden diese Baukosten über Zuschüsse des Landes, des Regionalverbandes Saarbrücken, der Landeshauptstadt Saarbrücken und des Bistums Trier finanziert.