Rund 50 Teilnehmende aus Wirtschaft, Handwerk, Sozialwesen und Politik haben sich im Alten- und Pflegeheim cts St. Anna in Sulzbach-Neuweiler über gelebte Inklusion, erfolgreiche Praxisbeispiele und Unterstützungsangebote für Arbeitgeber ausgetauscht.
Wie kann Inklusion im Arbeitsalltag gelingen? Welche Unterstützung gibt es für Unternehmen? Und welche Erfahrungen machen Betriebe, wenn sie Mitarbeitende mit Unterstützungsbedarf begleiten, Arbeitsplätze sichern und Teilhabe konkret ermöglichen? Um diese Fragen ging es bei der Info-Veranstaltung „Inklusion wirkt. Unternehmen zeigen, wie es geht“, die am 30. September in den Räumlichkeiten des cts Alten- und Pflegeheims St. Anna in Sulzbach-Neuweiler stattfand.
Die Veranstaltung wurde vom Landesamt für Soziales gemeinsam mit dem Integrationsamt Saarbrücken sowie dem WIN-Netzwerk Saarland organisiert. Rund 50 Teilnehmende aus unterschiedlichen Unternehmensstrukturen, aus Wirtschaft, Handwerk und dem sozialen Bereich sowie Vertreterinnen und Vertreter aus der politischen Ebene kamen zusammen, um sich in lockerer Atmosphäre und in einem moderierten Interviewformat über gelungene Beispiele betrieblicher Inklusion auszutauschen.
Begrüßt wurden die Teilnehmenden von Dr. Hanno Binkert, Leitung Inklusionsamt und Inklusionsprojekte. Grußworte sprachen Jochen Henn vom Vorstand von „win – Dein Wirtschaftsnetzwerk Saar e.V.“, Michael Groß, Geschäftsführer der cts Altenhilfe GmbH, sowie Stefan Funck, Direktor des Landesamtes für Soziales im Saarland.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen praktische Erfahrungen aus Unternehmen und Einrichtungen: Wie können Mitarbeitende im Arbeitsalltag gut begleitet werden? Welche Rahmenbedingungen helfen, Arbeitsfähigkeit zu erhalten? Und wie können Arbeitgeber Unterstützung durch Integrationsamt, Integrationsfachdienst und die Einheitliche Ansprechstelle für Arbeitgeber nutzen?
Ein zentraler Programmpunkt war die Vorstellung der Einheitlichen Ansprechstelle für Arbeitgeber. Sie unterstützt Unternehmen dabei, Fragen rund um Beschäftigung, Inklusion, Fördermöglichkeiten und konkrete betriebliche Lösungen zu klären. Damit leistet sie einen wichtigen Beitrag, Hürden abzubauen und Arbeitgebern Orientierung zu geben.
In der anschließenden moderierten Diskussion wurden gute Beispiele gelebter Integration vorgestellt. Unter anderem brachte die SHS Stahlholding ihre Erfahrungen ein. Azubi Luca Biewer gab Einblicke in seinen besonderen Weg und zeigte, wie wichtig Offenheit, Begleitung und passende Rahmenbedingungen für gelingende Teilhabe im Berufsleben sind.
Auch aus den SeniorenHäusern der cts wurden konkrete Erfahrungen eingebracht: Jennifer Gräber aus dem Caritas SeniorenHaus Mandelbachtal, Stephanie Gläser aus dem Alten- und Pflegeheim St. Anna sowie Patrick Steuer aus dem Caritas SeniorenHaus St. Augustin Püttlingen berichteten aus der Praxis. Dabei wurde deutlich: Inklusion gelingt besonders gut aus einer Haltung und Team-Kultur des Vertrauens heraus, in der Menschen genau hinschauen und gemeinsam flexible und individuelle Lösungen suchen.
„Hintergrund für unsere Beteiligung an dieser Veranstaltung ist die seit Jahren positive Zusammenarbeit mit dem Integrationsamt, dem Integrationsfachdienst sowie der Einheitlichen Ansprechstelle für Arbeitgeber“, sagt die BEM-Beauftragte der cts, Janine Krämer-Klier. Insbesondere im Zusammenhang mit BEM-Verfahren und der Beantragung von Förderleistungen im Geschäftsbereich Altenhilfe konnten durch gezielte Fördermaßnahmen und enge Kooperation bereits mehrere Mitarbeitende erfolgreich begleitet sowie Arbeitsplätze nachhaltig gesichert und stabilisiert werden.
Diese Erfahrungen stoßen inzwischen auch überregional auf Interesse. Deshalb wurde die cts angefragt, sich als Best-Practice-Beispiel an einer saarlandweiten Kampagne sowie an der Veranstaltung zum Thema Inklusion zu beteiligen.
„Inklusion ist für uns kein abstraktes Thema, sondern gelebte Verantwortung im Arbeitsalltag“, sagt Michael Groß, Geschäftsführer der cts Altenhilfe GmbH. „Als cts begleiten wir Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen. Das gilt für die Menschen, die uns anvertraut sind, und ebenso für unsere Mitarbeitenden. Wenn Arbeitsplätze durch gute Zusammenarbeit, passende Unterstützung und gegenseitiges Vertrauen erhalten werden können, wird unser gemeinsamer Auftrag ganz konkret sichtbar.“
Ziel der Veranstaltung war der praxisnahe Austausch zu aktuellen Herausforderungen, Lösungsansätzen und erfolgreichen Beispielen aus der betrieblichen Praxis. Gleichzeitig sollte der Dialog zwischen Wirtschaft, Gesellschaft und Politik gestärkt werden. Die Veranstaltung machte deutlich: Inklusion wirkt dort, wo Unternehmen, Fachstellen und Mitarbeitende gemeinsam handeln.
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