Gerade älteren Menschen fällt es nach einem Krankenhausaufenthalt oft schwer, zurück ins Leben zu finden. Beim neuen ‚Patenprojekt +P’ des CaritasKlinikums Saarbrücken St. Theresia helfen ehrenamtliche Helfer älteren und alleinstehenden Menschen bei der Rückkehr in den Alltag.
„Nach dem Tod meiner Eltern wollte ich anderen älteren Menschen etwas zurückgeben. Über eine Freundin, die hier am CaritasKlinikum Saarbrücken St. Theresia arbeitet, habe ich von dem ‚Patenprojekt +P’ erfahren und bin so zu der Patenschulung gekommen“, erzählt Ute Frantz. Sie ist eine von zehn Patinnen und Paten, die am vergangenen Wochenende in einer zweitätigen Schulung im CaritasKlinikum auf ihre ehrenamtliche Tätigkeit vorbereitet wurden.
„Wir wollten den Helfern kompetente Unterstützung bieten, damit sie gut vorbereitet in ihre Patenschaft starten können“, erklärt Mirjam Philippi, die wissenschaftliche Betreuerin des Projektes. Idee des ‚Patenprojekts +P’ ist es, ältere und alleinstehenden Menschen in den ersten drei Monaten nach einem Krankenhausaufenthalt ehrenamtliche Paten zur Begleitung und Unterstützung zu vermitteln. „Es geht vor allem darum, die Lebensqualität dieser Menschen zu erhöhen, sie in der Rückerlangung ihrer Eigenständigkeit zu fördern und ihnen soziale Kontakte zu ermöglichen – sei es durch Gespräche mit dem/der Paten/Patin, gemeinsamen Spaziergängen oder Ausflüge in die Stadt“, so Philippi.
Initiiert wurde das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte und mittlerweile sogar preisgekrönte Projekt von der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) des Saarlandes in Kooperation mit der Fachhochschule Bielefeld. Dort weiß man seit langem, wie wichtig sozialer Anschluss für die Genesung älterer Patienten ist. Das wissenschaftlich begleitete Projekt soll dies nun auch messbar machen und so Theorie und Praxis miteinander verbinden. „Um ganz konkret sehen zu können, welchen Einfluss die Patenbetreuung auf den Genesungsprozess hat, fungiert das CaritasKlinikum St. Josef Dudweiler als ‚Kontrollkrankenhaus’. Das heißt, dass man dort ebenfalls Patienten ausfindig gemacht hat, die nach unseren Kriterien für die Begleitung in Frage kämen, sie aber nicht erhalten. Durch regelmäßige Befragungen und Evaluationen wird sich dann zeigen, wie sich das Projekt auf die Gesundheit der Patienten auswirkt.“
In Frage kommen für das Projekt Patienten, die weder pflegebedürftig noch demenzkrank sind, aber wenig sozialen oder familiären Anschluss haben. „Wir haben in Deutschland eine sehr gute Versorgung wirklich pflegebedürftiger Patienten. Hier aber geht es um Patienten ohne Pflegestufe, die ein wenig Unterstützung in ihrem Alltag gut gebrauchen könnten“, so Hermann Eckel, der am CaritasKlinikum Saarbrücken St. Theresia für die Patientenüberleitung verantwortlich ist und daher gut weiß, wer für die Patenbetreuung in Frage kommt.
Das Klinikum ist neben dem Krankenhaus Hetzelstift in Neustadt und dem Marienkrankenhaus St. Wendel eine von drei Einrichtungen, an denen das Projekt stattfindet und hat sich, wie Mirjam Philippi berichtet, von Anfang an dafür begeistert. Begeistert ist auch Hermann Eckel ob des großen Interesses an einer ehrenamtlichen Tätigkeit: „Dass gleich bei der ersten Schulung zehn Paten zusammengekommen sind, ist wirklich klasse. Ganz besonders freut es uns, dass sich so viele jüngere Menschen dafür interessieren. Das ist alles andere als selbstverständlich.“
Tatsächlich ist die Gruppe der Paten bunt gemischt: Männer und Frauen, Berufstätige und Rentner, Alleinstehende und Eheleute. So unterschiedlich die Helfer und ihr Antrieb für die Patenschaft auch sind, sie alle eint der Wunsch, sich sozial zu engagieren und der Gesellschaft einen Dienst zu erweisen. So wie der zukünftige Pate Horst Zimmer: „Ich hatte schon lange die Idee, ein Ehrenamt zu übernehmen und älteren Menschen zu helfen. Aber mir fehlten Ansprechpartner, an die ich mich hätte wenden können.“ Über die Bistumszeitung erfuhr er schließlich von dem Projekt +P, informierte sich über die Termine und nahm an der Schulung teil, die sowohl Theorie als auch praktische Anleitungen umfasste. Zimmer ist sich sicher: „Nach diesem Wochenende sind wir alle gut vorbereitet“.
Auch Hermann Eckel zieht ein durchweg positives Resümee: „Als Leiter der Schulung war es natürlich klasse, mit einem solch motivierten Team zusammenarbeiten zu können. Jetzt freuen wir uns alle auf Januar 2013, wenn die Patenschaften starten.“ Im Frühjahr soll die nächste Patenschulung stattfinden, für die es bereits jetzt erste Interessenten gibt. „Wer Lust hat, sich ehrenamtlich zu engagieren, kann sich jederzeit bei uns melden (Tel: 0681/5867-380 (HTW) oder www.plusp.org) – wir sind über jeden weiteren Helfer glücklich. Und so ein Ehrenamt ist wirklich für beide Seiten ein Gewinn: man investiert viel und bekommt noch viel mehr zurück!“
Cookies
Bei Cookies handelt es sich um kleine Textdateien, die auf Ihrer Festplatte dem von Ihnen verwendeten Browser zugeordnet gespeichert werden und durch welche der Stelle, die den Cookie setzt, bestimmte Informationen zufließen.
Technisch notwendige Cookies
Diese Cookies sind notwendig, um die Grundfunktionen der Internetseite zu gewährleisten und können nicht deaktiviert werden. Üblicherweise werden sie als Antwort auf bestimmte Aktionen des Anwenders aktiviert, wie z. B. ein Login oder das Speichern der Datenschutzeinstellungen. Wenn Sie auch diese Cookies nicht wünschen, dann können Sie als Anwender grundsätzlich alle Cookies für diese Domain in den Browsereinstellungen unterbinden. Eine fehlerfreie Funktionalität dieser Internetseite kann dann aber nicht gewährleistet werden.
Verwendete Cookies:
Analytische Cookies
Diese Cookies werden für statistische Erhebungen eingesetzt und ermöglichen u. A. die Besucher dieser Seite und Seitenaufrufe zu zählen sowie die Herkunft der Seitenbesuche auszuwerten. Mit den Cookies sind wir in der Lage zu bestimmen, welche Inhalte unseren Besuchern am meisten gefallen und wie sie sich auf unserer Internetpräsenz bewegen.
Verwendete Cookies:
Funktionscookies
Diese Cookies ermöglichen eine bessere Funktionalität und eine Anpassung an Userpräferenzen z. B. für abgespielte Videos. Diese Cookies werden von externen Dienstleistern gespeichert. Die Deaktivierung dieser Cookies kann ausgewählte Funktionalitäten beeinflussen.
Verwendete Cookies: